Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 1. Band (1857)
Entstehung
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Gelobt ſei Gott, ſagte ſie tiefaufathmend, Du lebſt, Du biſt ge⸗ Sein

ſund, und ich habe einmal wieder umſonſt Stundenlang mich gequält ihre Hand und geängſtigt. wem ſtrah * Und weshalb geängſtigt, Mariane? fragte Gluck, deſſen Stirn ſich Schau un

beim Anblick ſeiner zärtlich geliebten Gattin ſchnell entwölkt hatte. Wes⸗

/ lch ſonnigen

halb geängſtigt, Mariane? nehr den

6 Sie ſah ihm faſt erſtaunt in das fragende ruhige Angeſicht, und genheit! * brach dann in ein heiteres Lachen aus. Oh über den Barbaren, ſagte b xeich i 8 ſie, der in ſeiner Verſtocktheit gar nicht einmal das Bewußtſein ſeiner b Haupt 1

Sünden hat! Schau einmal um Dich, Chriſtoph, ſchau Dir die nieder⸗ aus n 1 gebrannten Kerzen an, und die Sonne, die da neugierig und erſtaunt und wen

durch die Vorhänge beiel⸗ Dieſe dicken Altarkerzen, die mein Herr erſbant,

Gemahl zu brennen liebt, pflegen grade zwölf Stunden zu brennen, de Si

und ſie ſind im Erlöſchen. Es war geſtern Abend um zehn Uhr, als 1 9

ich ſelbſt ſie für dieſen ſchwärmenden Künſtler, der mir indeß gelobte, Ritte 4

nur einige Stunden noch zu arbeiten, angezündet habe, und jetzt ſind 1G.

ſie im Erlöſchen! Begreift der Herr Ritter Chriſtophorus jetzt, was de nit de

daraus folgt, und welches Verbrechens ich ihn anklage? andem,

Wahrhaftig, das ſieht aus, als ob ich ſtatt zwei Stunden hier dillechte

zwölf Stunden gearbeitet hätte, ſagte Gluck mit naivem Erſtaunen. Sc n

Aber ich verſichere Dich, Mariane, es war meine ehrliche Abſicht, nur meinen N

zwei Stunden zu arbeiten, und dann in mein Schlafkabinet zu gehen. eüliſend Kann ich denn dafür, wenn der Schlaf nicht gekommen iſt, mich an 1 liſte wi mein Verſprechen zu mahnen? Iſt's denn meine Schuld, wenn die ſo vilR F Stuunden mit ſo beflügelter Eile an mir vorübergeflattert ſind, daß ich eſintten, * ſie nicht zu zählen vermochte? Zwölf Stunden! Demzufolge muß die Nacht i wohl

ja ſchon längſt vorüber ſein, und die Sonne die Wachskerzen ablöſen! Schwell

3 Er trat zu einem der Fenſter hin und ſchlug die Vorhänge auseinander. düet in Tagl rief er verwundert, wahrhaftig es iſt Tag, und die Sonne ſcheint! hurcend,

Er ſchaute ſtaunend und lächelnd zu dem hellen Tag und dem heligen

blauen Himmel hin, dann plötzlich nahmen ſeine leichtbeweglichen Züge meinem

einen andern Ausdruck an; ſie waren jetzt tiefernſt und feierlich und weſſung

8 ein leichter Schatten umwölkte ſeine hohe gedankenreiche Stirn. und mein Tag, ſagte er leiſe, oh möchte auch mir der Tag erglänzen und 8 ein Te

die Sonne ſtrahlen! Välken

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