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in dem weißen Gewande mit der Violine an der Schulter, das bleiche 3 Antlitz umrahmt von den ſchwarzen Locken, ſo hatte einſt Fieſole den Engel gemalt, der den Sterbenden tröſtet. Dieſes Bild war immer ein Lieblingsſtück Joſeph's geweſen, und jetzt ſtand es verkörpert vor ihm, jetzt war dieſer Engel, den er im Bilde geliebt, ſein Eigen, ſein geliebtes, angebetetes Weib.
Er ſah nur ſie, er hörte kaum auf ihre wundervolle Muſik, und doch ſah er dieſe Muſik in ihren Zügen, in dieſem Antlitz, das allge⸗ mach ſich zu röthen begann, in dieſen Augen, die mit wunderſamem, ſchmärmeriſchem Leuchten in das Leere ſtarrten, auf dieſe Lippen, die halb geöffnet waren als flüſterten ſie mit den Geiſtern, die klagend und jauchzend, weinend und lächelnd, betrübt und freudvoll aus der Violine zu ihr ſprachen.
Und immer machtvoller und gewaltiger ſchwollen die Töne an, wie eine Welt von Bildern und Geſichten rauſchten und zitterten ſie 1 aus den Saiten, bald aufjauchzend in göttlicher Luſt, bald hinſterbend in klagenden Seufzern und Schmerzen. Und dieſe Luſt und dieſe Schmerzen, dieſer Jammer und dieſes Entzücken malte ſich wechſelnd 3 in Jſabellen's Angeſicht, das in göttlicher Begeiſterung leuchtete, ſtrahlte wieder von Joſeph's Zügen, die in Liebe und Schönheit erglänzten. Thränen floſſen, ihm ſelber unbewußt, über ſeine Wangen nieder, und bei dieſen ſchluchzenden, klagenden Tönen fühlte er inmitten ſeiner Selig⸗ keit eine unausſprechliche Traurigkeit ſein Herz beſchleichen. In der fieberhaften Erregung ſeines ganzen Weſens überſchlich ein leiſes Grauen 1 ſein Herz, war es ihm, als ob dieſe weiße zarte Geſtalt da mit dem ſtrahlenden, verklärten Angeſicht ſich langſam und lächelnd vom Boden 1 emporhob und vor ſeinen Blicken entſchwinde. Er ſah ſie nicht mehr 45 und wußte doch nicht, daß es nur ſeine eigenen Thränen waren, welche ſeine Augen umdüſterten und ihm die Geſtalt der Geliebten umhüllten. Ein lautes, krampfhaftes Schluchzen drang aus ſeiner Bruſt hervor, 1 und das Antlitz in ſeinen Händen verbergend, ſank er auf einen Seſ⸗ ſel nieder.
Ein leiſes Zitlern überflog Iſabella's Geſtalt; thr Auge, welches 4 ſo lange hineingeſchaut hatte in andere Welten, richtete ſich niederwärts, ¹ der Klageſeufzer ihres Gemahls ſchien ſie aus ſchmerzvoll ſeligen Träu⸗


