Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 1. Band (1857)
Entstehung
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Ich will Dir Deine Frage beantworten, ſagte ſie, und wenn Dein Herz die Sprache der Liebe verſteht, ſo wirſt Du meine Antwort ver⸗ ſtehen. Auf ſolche Frage darf man nicht mit menſchlichen Lippen und irdiſchen Worten Antwort geben, denn die Liebe hat ihre eigene Sprache! Komm, und höre meine Antwort!

Und leicht und anmuthig wie eine Elfe flatterte ſie ihm voraus durch die geöffneten Thüren in den Muſikſaal. Joſeph folgte und ſeine Blicke hingen mit einem glückſeligen Ausdruck an dieſer reizenden, lieb lichen Erſcheinung, die ihm wie ein verkörpertes Gedicht erſchien.

Iſabella warf einen raſchen prüfenden Blick auf die verſchiedenen Inſtrumente, die im Salon umherſtanden, ſie näherte ſich dem aufrecht⸗ ſtehenden Pianoforte und ſchlug einige raſche Akkorde an.

Nein, ſagte ſie, es iſt zu viel Irdiſches in dieſen Inſtrumenten. Die Finger vermögen es nicht, allemal die Geiſter in den Taſten zu erwecken. Ich will gleich mit meinem Lieblingsinſtrument zu Dir ſprechen.

Sie trat zu dem Tiſch und öffnete einen der Kaſten die da ſtanden.

Mein eigenes Inſtrument, das ich mir mitgebracht, ſagte ſie, indem ſie die Violine aus ihrem Kaſten hervornahm.

Joſeph ſchaute ihr mit einem Antlitz, glühend vor Freude, zu. Wie, Iſabella, Du ſpielſt mein Lieblingsinſtrument? fragte er ſtaunend und freudenvoll.

Die Violine iſt die Seele der muſikaliſchen Inſtrumente, ſagte ſie, und in ihr allein findet Seele und Herz des Menſchen ſeine Sprache wieder.*)

Sie hob das Inſtrument empor und legte es mit einer unnach⸗ ahmlichen Grazie auf ihre Schulter, dann nahm ſie den Bogen und begann zu ſpielen. Erſt in leiſen einzelnen Akkorden, die wie das ſanfte Klingen und Rauſchen einer Aeolsharfe ertönten, dann im vollen dahin⸗ brauſenden Strom der Töne und Melodieen.

Joſeph ſtand ihr gegenüber athemlos, hochklopfenden Herzens, ſelig und andächtig zugleich in ihrem Anſchauen. Wie einer dieſer Engel auf den Bildern der alten Italiäner erſchien ſie ihm, ſo wie ſie daſtand

*) Die Infantin ſpielte mehrere Inſtrumente, beſonders aber die Violine meiſterhaft gut. Wraxall II. S. 390.

in dem

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