Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 1. Band (1857)
Entstehung
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ſcheint, ſie hat niemals früher ein ſo glänzendes Lächeln, eine ſolche Fülle der Blüthen und der Düfte gehabt, ſie hat mich niemals ſo warm angeblickt, wie jetzt, wie ſeit dem Tage, daß ich glücklich bin.

Iſabella lächelte, ſie legte ſanft ihre Hand auf Joſeph's Haupt und ſah ihn lange und innig an.

Sind Sie denn glücklich? fragte ſie endlich leiſe.

Joſeph zog ihre Hand von ſeinem Haupt an ſeine Lippen und küßte ſie. Eine Bitte, meine Geliebte, ſagte er. Wenn wir allein ſind, wenn Niemand neben uns iſt, als der Genius unſerer Liebe, Niemand uns hört außer Gott, dann laß uns der ſpaniſchen Etiquette vergeſſen, und der Ehren und Würden der Welt, dann laß mir von Deinen Lippen das herzige und trauliche Du ertönen, dann möge die Frau Erzherzogin ſich herablaſſen, nichts weiter als ein Weib, ein angebetetes, geliebtes Weib zu ſein, welche es ſich ſchon gefallen laſſen muß, von ihrem täp⸗ piſchen, verliebten Mann mit Du angeredet zu werden, und die ihm ebenſo erwidert. Willſt Du's, Holde?

Ich will es, ſagte ſie mit einem lieblichen Erröthen. Und ſo wiederhole ich meine Frage: biſt Du denn glücklich?

Ich will Dir ſagen, wie ich mich fühle, dann ſollſt Du mir ſagen, ob das Glück iſt. Es iſt in mir ein ewiges Singen und Klingen wun⸗ derſamer, zauberhafter Melodieen, zuweilen muß ich wider meinen Willen laut aufjubeln vor Luſt, zuweilen überkommt es mich wie ein tiefes Erſchrecken, und ich habe dann ein Gefühl, als ob ich verzaubert wäre, und nur im Traum dieſes Paradies gewahrte, dieſer Wonne theilhaftig würde, daß ich aber im Begriff ſei zu erwachen, und wieder die graue öde Welt vor mir zu ſehen, die ich kenne, und die mich ſo lange gemartert hat. Dann laß ich angſtvoll meine Blicke umherſchweifen, dann prüfe ich jeden Schlag meines Herzens, und jeden meiner Gedanken, und wenn ich mir dann klar und bewußt werde, daß dieſe Wonne, welche mein Herz erfüllt, und dieſes Licht, welches in meiner Seele auf⸗ leuchtet, daß dieſes Alles Wahrheit und Wirklichkeit iſt, dann kaun ich nicht anders, als den Blick zum Himmel emporzuwenden, und ihm zu geloben, daß ich dieſer himmliſchen Wonne, die er in mein Herz ge⸗ ſenkt, mich würdig zeigen will, ſo lang ich lebe., Zuweilen, wenn ich

unter den Menſchen, welche uns, ſo oft wir uns zeigen, umringen, und

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