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wie edel und ſtolz dieſe hohe gedankenvolle Stirn, wie ſchön dieſe ſchwarzen glänzenden Locken ihres Haars, die an beiden Seiten ihrer blaſſen, nur von einem zarten Roth angehauchten Wangen niederringelten, wie wun⸗ dervoll und bezaubernd der Blick dieſer großen ſchwarzen Augen, die bald ſo feurig blitzten, bald wie in Thränen der Wehmuth zu ſchwim⸗ men ſchienen. Selbſt das dunkle bräunliche Colorit ihres Teints ge⸗ währte ihr einen neuen Reiz, es gab ihr etwas Fremdartiges, Ungewöhn⸗ liches, und contraſtirte ſo wunderſeltſam gegen den weißen durchſichtigen Teint der übrigen Erzherzoginnen. Ihre Geſtalt hatte etwas elfenhaft Zartes und Schlankes, und war doch edel und vollendet in ihren Formen; ein weißes, durchſichtiges Gewand umhüllte bis zum Halſe hinauf dieſe Geſtalt, und fiel in reichen Falten nieder auf die kleinen Füße mit den goldgeſtickten Schuhen. Ein volles Bouquet glühender Roſen, welches der Erzherzog ſelber ſeiner Gemahlin gebracht, war der einzige Schmuck dieſer zugleich ſo einfachen und reizenden Toilette.
Iſabella hatte das Haupt ſanft zurückgelehnt an den Stamm des Myrtenbaums, ihre Augen waren mit ernſtem, ſinnendem Ausdruck gen Himmel gerichtet, und das Lächeln verblich allmälig auf ihren Lippen. — Wie ſeltſam contraſtirte der Ernſt dieſes Antlitzes mit den ſtrahlen⸗ den glühenden Blicken des jungen Erzherzogs. Wie verwandelt und umgeſtaltet war Joſeph, ſeit ſeiner Vermählung; ein Ausdruck ſeligſten, friedlichſten Glückes ſtrahlte mit faſt rührender Beredſamkeit von ſeinem Antlitz, ſein ganzes Weſen hatte etwas Liebevolles, Weiches, das ihm ſonſt nimmer eigen geweſen.
Er ſaß zu ihren Füßen und ſchaute mit einem ſeligen Lächeln zu ihr empor; in der Ueberfülle ſeines Glückes ſah er gar nicht die leiſen Wolken, die ihre Stirn beſchatteten. Eine tiefe Stille umgab ſie Beide; friedlich und goldig überglänzt von der Abendſonne lag der Park zu ihren Füßen, in der Ferne vernahm man von den Kirchen und Capellen der umliegenden Dörfer das Läuten der Vesperglocken. Kein anderer Laut unterbrach dieſes heilige Schweigen der Natur.
Wie ſchön die Welt iſt! ſagte Joſeph nach einer langen Pauſe, und bei dem erſten Ton ſeiner Stimme flog ein leiſes Beben durch Jſabellens Geſtalt hin, und ihre zum Himmel gewandten Blicke richteten ſich langſam niederwärts. Wie ſchön die Welt iſt, Iſabella. Mir
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