Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 1. Band (1857)
Entstehung
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im Luſtſchloß Schönbrunn fanden ſolche Bälle ſtatt, und wenn die glück⸗ hat ſeligen Wiener des Tanzes müde waren, erwarteten ſie die Speiſeſäle, mil wo für dreitauſend Gäſte ſervirt war, wo die herrlichſten Speiſen, die eil glühendſten Weine in ſo großen Maſſen vorhanden waren, daß ſelbſt all der glänzende Appetit der eßluſtigen Wiener ſie nicht zu vertilgen Ii vermochte. 8 Aber die Wiener verſtanden es auch für ſolche kaiſerliche Frei⸗ Vi gebigkeit dankbar zu ſein. Sie hatten die Prinzeſſin bei ihrem Ein⸗ in zug in Wien am Kärnthnerthor, am Stock im Eiſen und am Michaeler⸗ ti

platz mit rieſengroßen, in herrlichſter Architectur aufgeführten Triumph des bogen empfangen, ſie hatten aus tauſend und aber enſend Kehlen dertae und jungen Paar ſeine Glückwünſche entgegen gejubelt, als dieſes durch die iüent Straßen dahin zog um ſich zur Trauung bei den Augnſtinern zu be⸗ fanti

geben. Sie hatten die Straßen am Tage mit Blumen beſtreut, und 3 am Abend und die Nacht hindurch mit Girandolen und bunten Lampen durch erleuchtet, ſie hatten in allen öffentlichen Localen, und in tanſenden von reige Privathäuſern Feſte arrangirt, ſie hatten ſich ſchaarenweiſe zu der Feſt⸗ ſch darſtellung gedrängt, welche die kaiſerliche Oper im großen Redouten⸗ ſ ſanft

ſaal gab, uud zu welcher der Ritter Gluck ein eigenes Singſpiel, die 3 Tetide componirt hatte. Und als zum Beginn der Vorſtellung die ſaß Kaiſerin inmitten des neuvermählten Paares in der Hofloge erſchienen über war, da hatte ein ſo unermeßlicher nicht endenwollender, ſich ſtets aber 3 wieder erneuernder Jubel den Kaiſerhof begrüßt, daß Meiſter Gluck bonr 4 mit aufgehobenem Taktſtock wohl eine Viertelſtunde warten mußte, Jßs bevor er die Ouvertüre beginnen konnte. blic Aber jetzt waren die Feſte beendet, die Jubeltöne verhallt, die Nried Wiener ruhten aus von ihrem Enthuſiasmus, und die kaiſerliche Rech⸗ digen nungskammer zählte die Summen zuſammen, welche die Vermählungs⸗ und feierlichkeiten gekoſtet, und fand mit Entſetzen, daß die Koſten ſich auf Gart . mehr als eine Million Gulden beliefen. 1 dem Der Kaiſerhof hatte ſich nach Schönbrunn begeben, um dort in das ſtiller Zurückgezogenheit die letzten ſchönen Herbſttage zu genießen, und Stral dem neuvermählten Paar die erſten ſchönen Tage ihrer Liebe in unge⸗ 4 4 jange ſtörter Einſamkeit zu gönnen. 4 ein C Maria Thereſia, die allzeit freigebige und großmüthige Kaiſerin⸗ anſta