Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 1. Band (1857)
Entstehung
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J. Der Traum des G(blückes.

Die Hochzeitsfeierlichkeiten waren zu Ende, und Wien ruhte aus von den genoſſenen Freuden dieſer glänzenden Feſte, mit denen der Hof, die Stadt und das ganze Kaiſerreich die Vermählung des Erz⸗ herzogs Joſeph mit der Prinzeſſin Jſabella von Parma gefeiert hatten. Es waren in der That glänzende Feſte, die man zur Ehre der jungeh Erzherzogin gegeben, und bei denen der Hof der Stadt Wien mit dem glänzendſten Beiſpiel v ſchwendungsvoller Pracht vorangegangen war. Maria Thereſia verſtand es, wie wenige Fürſten, glänzende Feſte zu arrangiren und ihrem Volk einen glücklichen Tag zu bereiten. Die erſte Bedingung, welche ſie bei ſolchen Veranſtaltungen ihren Hofmarſchällen und Directoren der Hoffeſte ſtellte, war die: kein Geld zu ſparen, die Summen, welche zu den Arrangements nothwendig ſeien, gar nicht vor⸗ her, ſondern erſt wenn die Feſtlichkeiten beendet ſeien, zu berechnen, und Alles ſo koſtbar und herrlich wie möglich einzurichten. Es waren

daher bei dieſer Vermählungsfeier des Erzherzogs acht Tage hindurch

die kaiſerlichen Schlöſeer den Wienern ohne Unterſchied des Standes und Ranges geöffnet geweſen, um einzutreten bedurfte es keiner Ein⸗ trittskarte und keiner Erlaubniß vom Hofmarſchallamt, ſondern nur eines anſtändigen, wenn nicht prunkvollen, ſo doch ſaubern Anzuges, und der geſunden Gliedmaßen, um ſich Bahn zu brechen durch dieſe Schaaren von Menſchen, welche ſich durch die Säle vorwärts ſchoben, um in den Ballſaal zu gelangen, in dem ſchon hunderte von Paaren nach dem Schall eines Orcheſters von funfzig Muſikern im Tanze ſich drehten. In der Burg, im großen Saal des Oberhofgerichts, ſe wie Kaiſer Joſeph. 1. Abth. II..