Teil eines Werkes 
4. Abtheilung, Erzherzog Johann als Reichverweser : 2. Band (1863)
Entstehung
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rettbar verloren ſei, ſandte Ricardo nach mir und ließ mich an ſein Sterbelager rufen; ich ging zu ihm und empfing ſeine Beichte.

Nun, und was beichtete er Dir, mein Bruder? fragte der Prinz.

Alle Sünden und Verbrechen, die er ſelber began⸗ gen, und die er von Andern hatte begehen ſehen. Er erzählte mir von einem unnatürlichen Sohn, der den Tod ſeiner Mutter erſehne, um ihr Erbe zu ſein. Er erzählte mir, daß dieſer unnatürliche Sohn, gedrängt von ſeinen Gläubigern, gehetzt von den Genoſſinnen ſeiner Orgien, den verbrecheriſchen Gedanken gefaßt habe, das Leben ſeiner Mutter vor der Zeit zu enden.

Er hat gelogen, er iſt ein nichtswürdiger, ſchänd⸗ licher Lügner, ſchrie Prinz Maximilian.

Man lügt nicht, wenn man am Rande des Gra⸗ bes ſteht und von Reue gefoltert wird, ſagte Herzog Ludwig feierlich. Ricardo Meyer fand in den Qualen der Reue nicht einmal die Ruhe, um zu ſterben. Der Tod ſchwebte ſchon über ſeinem Haupte, aber die ſchwere Hand des Gewiſſens hielt ihn zurück, bis der Sterbende ſeine Beichte vollendet hatte. Sie ſtrömte vielleicht wider ſeinen Willen von ſeinen Lippen. Das Gewiſſen befahl ihm zu ſprechen und der irdiſche