310
mit einem Ausdruck angſtvoller Liebe näher zu ſich heranzog.
Carmela wird bei mir bleiben, ich werde ihre Mut⸗ ter ſein, ſagte Katharina. Man hat den Gefangenen wohl die Freiheit geſchenkt, aber man hat Bedingungen daran geknüpft. Es giebt Staatsrückſichten, denen man ſich ſchweigend für den Augenblick mindeſtens unterwerfen muß, bis man vielleicht eines Tages die Macht gewinnt, ſich gegen dieſelben aufzulehnen. Der Staat befiehlt, daß die jüngſte Tochter des Grafen Confalconi hier zurückbleibe als eine Bürgſchaft für ihren Vater.
Und ich? fragte Guido heftig. Soll auch ich etwa als Bürgſchaft und Geißel für meinen Vater hier zu⸗ rückbleiben?
Ja, das ſollſt Du, Guido. Der Kaiſer Franz hat, wie Du weißt, Deine Erziehung und Ausbildung über⸗ nommen, er hat Dich gewiſſermaßen als das Kind des Staates adoptirt und der Staat fordert jetzt, daß Du ihm verbleibſt. Es iſt die Bedingung für die Befreiung Deines Vaters, daß ſein Sohn hier in Wien verbleibe, daß er in den Militairdienſt eintrete und dem Kaiſer den Eid unverbrüchlicher Treue ſchwöre.


