288
rief Ferdinand mit weinerlicher Stimme. Ich kann nit vom Divan aufſtehen.
Ew. Majeſtät riskiren freilich, daß Sie noch einen neuen Anfall bekommen, ſagte Katharina achſelzuckend. Aber Ew. Majeſtät ſind einmal jetzt der Kaiſer, und Sie haben den edlen, hochherzigen Entſchluß gefaßt ſelber regieren zu wollen, nicht den Fürſten Metternich regieren zu laſſen, wie das der verſtorbene Kaiſer Franz gethan hat.
Es iſt wahr, murmelte Ferdinand gedankenvoll, mein Herr Vater hat den Metternich alle Regierungs⸗ geſchäfte beſorgen laſſen, und hat deshalb nit nöthig gehabt, Alles ſelbſt zu beſorgen.
Aber Ew. Majeſtät wollen in Ihrer erhabenen Fürſorge für Ihr Volk jeder Erleichterung und Be⸗ quemlichkeit entſagen, und ſelber und ganz allein der Lenker und der Herr des Staates ſein.
Ich möchte es wohl, ſeufzte Ferdinand mit Thrä⸗ nen in den Augen, aber ich fürchte, ich kann's nit. Bin gar ſo ein armes, ſchwaches Menſchenkind!
Nein, Ew. Majeſtät ſind kein ſchwaches Menſchen⸗ kind, ſondern Sie ſind ein Kaiſer, und Sie wollen allein regieren. Auf alſo, mein erhabener Kaiſer, auf! Ew. Majeſtät müſſen Ihre Regierung antreten!


