Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 3. Band (1862)
Entstehung
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Kuß ſei das Siegel unſeres Bundes, das Siegel unſerer Freundſchaft. Oh, Napoleone, Du ſchauſt mich an mit den Augen meines Vaters, alle Erinne⸗ rungen meiner Kindheit werden wach in mir, und ich meine ihn ſelber, den Kaiſer, zu ſehen, wenn ich Dein Antlitz betrachte. Vater, mein geliebter Vater, Du biſt es ohne Zweifel, der mir dieſen Engel hierher geſandt hat.

Ja, ſagte ſie feierlich, der Kaiſer iſt es, der mich zu Dir ſendet. Seine ſterbenden Lippen flüſterten in das Ohr des Kammerdieners Marchand das Geheim niß dieſes verborgenen Ganges, den der Kaiſer wäh⸗ rend ſeines Aufenthalts in Schönbrunn entdeckt und von ſeinem Architecten hatte wieder herſtellen laſſen. Sterbend gehörten die letzten Gedanken des Kaiſers doch ſeinem Sohn, und er befahl Marchand nach Wien zu gehen, und ſeinem Sohn das Geheimniß dieſes Ganges mitzutheilen. Denn, ſagte der Kaiſer, mein Sohn iſt Gefangener, und vielleicht kann es ihm eines Tages von Nutzen ſein, zu wiſſen, wie er un⸗ bemerkt aus ſeinem Gefängniß entſchlüpfen kann.“ Vergebens aber hat ſich Marchand bis jetzt bemüht, die Befehle des Kaiſers zu erfüllen. Man hat ihn an der Grenze Oeſterreichs zurückgewieſen, und als