Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 3. Band (1862)
Entstehung
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auf dem Brandhofe, da muß es auch den Feſt⸗ kuchen geben. Für Deine Gäſte backen ihn die Köche aus der Stadt, aber für meinen Herrn und Liebſten hab' ich ſelber den Feſtkuchen gebacken und ange⸗ rührt, denn wie alles Gute und Schöne mir von ihm kommt, ſo möcht' ich, daß Alles, was ihm wohl gefällt, ihm von mir käme! Und noch um Eins hab' ich gerad' heut' zum Feſttag Dir den Kuchen gebacken. Gerad' heut', wo Du mich feiern willſt, da ſollſt er— kennen, daß die Annerle nit taugt zur vornehmen Dam', daß ſie nichts iſt und ſein will, als was ſie geweſen, da ſie Dich zum erſten Mal ſah, und daß der Feſtkuchen, den ſie gebacken im Haus des lieben Vaters, ihr auch noch der beſte Feſtkuchen däucht im Haus des lieben Hannes, ihres Herrn und Liebſten.

Ich dank Dir, mein Annerle, ſagte Hannes froh gerührt, dank' für den ſchönen Kuchen, und mehr noch für die ſchönen und ſinnigen Worte. Du biſt mein Edelweiß und ſollſt es bleiben, und nie will ich's ver ſuchen, aus Deiner Heimatherde Dich zu verpflanzen, und meine ſchöne reine Alpenblume in eine Treibhaus— pflanze umzuwandeln. So wie Du biſt, ſo, Du meines Herzens Freude, ſo bleib', mein holdes Lieb', und Gott ſegne Dich!