Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 3. Band (1862)
Entstehung
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um zehn Uhr. Auch ſind ja die Köche da, die wir aus Gratz zum großen Feſttag haben kommen laſſen, die werden ſchon für die Wirthſchaft und die Tafel ſorgen. Der Morgen iſt ſo ſchön, und ich werde heute den ganzen Tag keine ſtille Stunde mit meiner Anna haben können, ſo gönne ſie mir jetzt.

Sie ſchlägt ihren Arm um ſeinen Nacken, und drückt ſein Haupt an ihren Buſen. Oh, mein Herr und mein Schatz, wie lieb biſt Du! Ich wollt', die lieben Gäſt' wären erſt wieder fort, und wir wären erſt allein wieder mitſammen. Kein Feſt iſt ſo ſchön und ſo herzerquickend, als das Alleinſein mit Dir! Ach, was iſt's doch für ein traurig Ding, daß mein Liebſter, mein ſchöner ſchmucker Jägersmann, zugleich ein vornehmer Erzherzog iſt, und einen Kaiſer zum Bruder hat! Wie lang' wird's dauern, und der böſe Erzherzog entführt mir wieder meinen Jägersmann, und zieht ihm prächtige Uniform an, und reiſt mit ihm nach Wien, und hält ihn dort den ganzen Winter feſt, daß das arme Annerle hier droben ſich abhärmt vor Sehnſucht und vor Liebesweh und Einſamkeit!

Sollſt nicht mehr einſam ſein, mein' Lieb', ſollſt nicht mehr hier droben auf dem Brandhof bleiben in den vier böſen Wintermonaten, die ich, dem Befehl