und
Und ſo iſt ſie mit eilendem Fuß von dannen ge⸗ gangen, hinab zum lieben Grundlſee. Droben auf der Felſenplatte dicht über'm See, da ſteht die Anna Plochl und ſchaut weit hin über die Berge und über die Felſen, und ihr armes Herz klopft und zittert doch. Sie kann nichts dafür, und ihre Lippen murmeln: wenn er heut nit kommt, ſo kommt er nimmer. Die drei Jahr' ſind ja um, und wenn er ſein Annerle nit vergeſſen hat, ſo kommt er.
Da rauſcht's im Gebüſch, iſt Er's? Sie wendet ſich haſtig um— oh nein, es war nur ein Eichkätzch chen, das durch die Bäume hüpft. Aber, Gott, wie ihr Herz doch klopft, als wollt's zerſpringen. Und wie die Füße zittern und ſie nicht mehr tragen wollen. Sie ſinkt nieder auf das moosbewachſene Geſtein und faltet die Hände und betet.
Aber nein, das Beten macht weinerlich und traurig, ſagt ſie zu ſich ſelber. Ich will aber nit weinen. Ich will ſingen! Singen!
Und mit ſchmetternder Stimme beginnt ſie zu ſingen, ſo laut und jubelnd, daß alle Echo's rings umher in den Bergen und Fe lſen wach werden und Antwort geben.
Plötzlich verſtummt ſie mitten im angefangenen Mühlbach, Erzherzog Johann. II. 22


