Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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auch die Erlaubniß zur Verheirathung gegeben haſt? fragte der Kaiſer mißmuthig.

Ich ſagte Ew. Majeſtät ja, daß ich geſtern ge horcht habe, und da hörte ich, daß der Erzherzog der Mama erzählte, er habe auch eine Braut, die er liebe und die er nicht heirathen dürfe. Und nun dachte ich mir, wenn wir der Mama erlauben, ſich zu verhei

rathen, dann wäre es ſehr unbillig, wenn wir es dem Herrn Erzherzog nicht auch erlauben wollten. Es iſt ja ſo ſchön, Menſchen glücklich zu machen, dachte ich, und es iſt ja das erſte Mal in meinem Leben, daß ich irgend Jemanden zu ſeinem Glück verhelfen konnte. Und nicht wahr, Großpapa, Du wirſt Dein gegebenes Wort erfüllen?

Ja, ich werde es erfüllen, rief der Kaiſer laut. Frau Herzogin, ich habe genehmigt, was mein kleiner Secretair geſchrieben hat, und alſo bleibt es dabei. Sie dürfen noch heute abreiſen, um ſich in Parma in aller Stille mit dem Grafen Neipperg zu vermählen.

Oh, mein theurer, gütiger Vater, rief Marie Louiſe freudig, ich habe keine Worte, um

Still, unterbrach ſie der Kaiſer. Danken Sie mir nicht, danken Sie Ihrem Sohn. Herr Erzherzog, ich werde auch Ihnen halten, was ich genehmigt habe.