Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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Johann, ſich mit dem Mädchen, welches er liebt, ver heirathe, wenn ſie auch keine Prinzeſſin iſt. Geneh migt. Franz.

Oh, mein Herr Bruder, an dem Papier werden's auch keine ſonderliche Freud' haben, rief der Kaiſer mit einem boshaften Lächeln. Es wiederholt Ihnen nur, was ich ſchon vor einem Jahr geſagt habe.

Ew. Majeſtät wollen nicht Wort halten? fragte der Herzog von Reichſtadt erſtaunt. Sie wollen nicht erfüllen, was in den Papieren ſteht?

Ja, mein kleiner Betrüger, ich will Wort halten, ſagte der Kaiſer, will Wort halten, obwohl Du mich überliſtet haſt.

Großpapa, flüſterte der Prinz, die Hand des Kaiſers an ſeine Lippen drückend, Großpapa, es ſteht ja in dem Teſtament meines Vaters, daß er meine Mama bis zu ſeinem Tode lieb gehabt hat, und alſo wollte ich ihr beweiſen, daß ich ſie auch lieb habe, und da ich geſtern hörte, wie ſie weinte und jammerte, weil Ew. Majeſtät nicht zugeben wollten, daß meine Mama den Grafen Neipperg heirathete, ſo dachte ich, es wäre meine Pflicht, ihr zu helfen, daß ſie glück⸗ lich wird.

Aber was haſt denn gedacht, daß Du dem Herzog