Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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dicht an ihn drängend, verſprich mir, daß Du nicht

böſe werden willſt über das, was die Mama lieſt, daß Du mich lieb behalten und nicht ſchelten willſt.

Ja, ich geb' Dir mein Wort, Franzli, ich will Dir nit bös ſein und Dich lieb behalten. Nun leſen's, Frau Herzogin.

Marie Louiſe las mit zitternder Stimme: Ich gebe meine Einwilligung, daß meine Tochter, die Erz⸗ herzogin Marie Louiſe, nach Parma zurückkehre, um ſich dort mit dem Grafen Neipperg zu vermählen. Genehmigt. Franz.

Das ſteht da? rief der Kaiſer. Laſſen's einmal ſehen, Frau Herzogin.

Er nahm haſtig den Brief aus den Händen der Herzogin und las ihn. Dann wandte er den düſtern Blick auf den Herzog von Reichſtadt hin, der mit ruhigem, bleichem Geſicht neben ihm ſtand und die großen Augen voll angſtvoller Bitte zu ihm empor richtete.

Herr Erzherzog, fragte der Kaiſer nach einer Pauſe, wollen's die Güte haben, mir auch den Inhalt Ihres Papiers zu leſen?

Der Erzherzog verneigte ſich und las: Ich gebe meine Einwilligung, daß mein Bruder, der Erzherzog