Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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beiden Hände entgegenſtreckte. Du liebſt Deine Mutter nicht, und jetzt, da ich Dir mißtrauete, jetzt biſt Du böſe auf mich?

Die tiefen unergründlichen Augen des Knaben ruhten mit einem langen ſchwermuthsvollen Ausdruck auf dem Angeſicht ſeiner Mutter, und ein ſeltſamer Contraſt war es dieſe Beiden zu ſehen, dieſe Mutter mit dem noch jugendlichen roſigen Ausdruck, ſo viel Lebensmuth, Friſche und Heiterkeit in den faſt kind⸗ lichen Zügen, und ihr gegenüber dieſes bleiche ſchöne Kinderangeſicht mit den großen ernſten Augen, mit dem trüben reſignirten Lächeln um den zarten kleinen Mund, der niemals die ſtillen und traurigen Geheim⸗ niſſe ſeiner Gedanken verrieth.

Mama, ſagte der Knabe nach einer langen Pauſe, und ſeine Stimme hatte etwas Ernſtes, Feierliches, Mama, geſtern hat mir der Kaiſer, mein Herr Groß⸗ vater, eine Abſchrift von dem Teſtament gezeigt, welches mein Vater drei Wochen vor ſeinem Tode auf St. Helena geſchrieben hat. Ich bat den Kaiſer, er ſollte es mich leſen laſſen, aber er ſagte, wenn ich zehn Jahre älter wäre, ſollte ich es leſen, jetzt würde ich es noch nicht verſtehen. Aber einige Zeilen des Teſtaments hat er mich doch leſen laſſen, und ich

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