Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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Nun, dann iſt er ſehr glücklich, der Erzherzog Johann, ſagt der Jäger mit tiefer bewegter Stimme.

Sie ſchüttelt traurig das Haupt. Glücklich? Nein, glücklich iſt er nit? Das iſt's ja eben, warum wir Alle ihn ſo ſehr lieben und verehren, warum Jeder hier in den Bergen ſein Herzblut für ihn hingeben möcht'. Er iſt nit glücklich, der liebe Erzherzog Han nes. Sein Bruder, der Herr Kaiſer, kann's ihm nim mer vergeben, daß er die Berg' und die einfachen Leut' viel lieber hat als die ſtolze Pracht im Kaiſer ſchloß. Er iſt ihm auch böſ', daß er durchaus gewollt hat, der Kaiſer ſollt' den Tyrolern Wort halten, und ihnen ihre verſprochenen Freiheiten wieder geben. Drum darf der arme Erzherzog ſeitdem nimmer nach Tyrol reiſen, damit's den Tyrolern nit immer wieder einfällt, was der Kaiſer ihnen durch den Erzherzog hat damals Alles verſprechen laſſen. Man ſagt, der arme Erzherzog führ' in Wien ein gar erbärmlich Daſein, und könnt' ſeines Lebens gar nit froh werden.

Nein, es iſt wahr, ſagt der Jäger ernſt, in Wien kann er ſeines Lebens nicht froh werden, denn ſein Kaiſer liebt ihn nicht. Wie ich hör', iſt der Erzher zog jetzt wieder in Ungnad' gefallen, und aus Wien verbannt.