Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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als Gott und der Mann, den ſie einſt lieben, dem ſie ſich freiwillig zum Weibe geben wird. Ich habe kein Recht auf ſie und Ihr auch nicht, Herr Thomas Voregger. Aber Gott hat gewollt, daß ich zu dieſer Stunde hier ſein ſollte, damit ich die Jungfer Anna Plochl, die Ihr in den Tod gejagt, erretten dürfte aus Todesnoth. Schaut den Weg hinauf, fuhr er fort und hob den Arm und zeigte die ſteile, jäh ab ſchießende Felſenwand hinauf. Schaut, iſt das ein Weg, den man hinabgeht zum verliebten Stelldichein?

Großer Gott, murmelt Anna, die Hände faltend und mit entſetzten Blicken die ſteile zackige Wand hin aufſtarrend, bin ich denn da hinabgeſtiegen?

Ja, Jungfer Anna, da ſeid Ihr hinabgeſtiegen. Ja, Herr Thomas Voregger, da iſt die Jungfrau hinabgeſtiegen aus Scham und Zorn, weil Ihr ſie verfolgtet mit Euren Liebesanträgen, weil Ihr un männlich und feig nicht nachließet, in ſie zu dringen, obwohl ſie Euch geſagt, daß ſie Euch nimmer lieben werde. Ja, da iſt Anna Plochl im jungfräulichen Zorn hinab gerannt, und jetzt läge ſie wohl zerſchmet tert hier am Boden, wenn Gott in ſeiner Gnade es nicht anders beſchloſſen hätte. Ich lag hier unten im grünen Moos, um auszuruhen vom langen Wandern.