Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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und verleumden darf. Sie ſagt deshalb kein Wort,

ſie hört nur zu, nicht blos mit ihren Ohren, auch mit ihren Augen, ihrem Herzen hört ſie.

Herr Thomas Voregger, ſagt er, und wie ſtolz und vornehm er das Haupt zu ihm hinwendet, als wäre Er ein König, Jener nur ein armer Bettler.

Herr Thomas Voregger, gehet heim und verſchlie ßt Euch in Euere Kammer, um keines Menſchen Auge Euere Schlechtigkeit und Euere Schmach ſehen zul laſſen. Ihr wißt es wohl, daß Ihr die Jungfer Anna Plochl nur verleumdet, daß ſie nicht hierher g kommen zum Stelldichein, daß ſie Euch nicht ver ſchmäht, weil ſie einen Andern liebt. Ihr fandet ſie in meinen Armen, und darum wagt Ihr zu ſagen, zum Stelldichein ſei ſie hierher gekommen, und ich ſei ihr Liebſter. Wär' ich das, und Ihr wagtet in mei ner Gegenwart das Mädchen, das ich liebe und das Mein gehört, ſo arg zu ſchelten und zu verunglimpfen hätte ich ein Recht auf dieſes ſchöne Mädchen, bei Gott, ſo hätte mein Arm Euch ſchon zu Boden ge ſchmettert und nur Einer von uns dürfte lebend als

dann dieſe Stelle verlaſſen. Aber ich hab' kein Recht

auf ſie. Die reine unſchuldsvolle Jungfrau gehört

ſich ſelbſt allein, und Niemand hat ein Recht auf ſie,