Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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Arme, die ſie umfangen, in denen ſie ſo weich und ſanft geruht, es ſind die Arme eines Mannes, eines fremden Mannes, der neben ihr im Graſe kniet. An ſeinem Buſen hat ihr Haupt geruht und ſein Antlitz hat er über ſie geneigt ſo nah, ſo nah, daß ſich ihr Athem, ihre Augen küßten.

Jetzt iſt ſie erwacht, jetzt iſt der Traum zu Ende, und leicht wie eine Gazelle ſpringt ſie empor und ſchaut den Fremden an mit zornvollen Blicken, den Thomas mit verachtungsvollem Stolz.

Herr Thomas Voregger verſteht den Blick und ſenkt beſchämt die Augen nieder. Der Fremde nicht, der blickt ſie lächelnd an und zwingt mit ſeinem Blick ihr Auge, daß es feſt dem ſeinen begegne, daß es leſe und verſtehe, was er ihr ſagt, nicht mit Worten, nur mit ſeinen Augen.

Und Anna muß gehorchen wider ihren Willen, muß ihn anſchauen, kann den Blick nicht abwenden. Er iſt immer noch der Mann, der ihr hervorgetreten aus der goldenen Wolke, und in Ehrfurcht und Be⸗ wunderung neigt ſich vor ihm ihr Herz. Sie fühlt es, daß ſie nicht nöthig hat, ſich vor Thomas Vor⸗ egger zu vertheidigen, Er wird es thun, das weiß ſie.

Er wird's nicht dulden, daß Thomas ſie anklagen