Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 1. Band (1862)
Entstehung
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vergeben hätte. Oh, lieber Oncle, ich danke Dir, denn für mich leideſt Du, für mich biſt Du verbannt.

Ich leide gar nicht, mein Liebling, ſagte Johann, den Knaben zärtlich an ſeine Bruſt drückend, und die Verbannung wäre für mich ein Glück, wenn ich nur Dich deshalb nicht entbehren müßte. Ich werde jetzt Niemand mehr haben, der mich liebt, denn auch Du wirſt mich vergeſſen, wenn Du mich ein ganzes Jahr lang nicht ſiehſt, und ſie werden ſchon Sorge tragen, daß Du bald aufhörſt mich zu lieben.

Oncle, rief der Prinz mit energiſchem Ausdruck, Oncle, ich ſchwöre Dir, daß ich Dich niemals ver geſſen, niemals aufhören will Dich zu lieben. Nie mand ſoll mich dahin bringen können, ich werde Dich eben ſo treu lieben, wie ich meinen Vater liebe.

Nun, mein Liebling, flüſterte Johann, ſo liebe mich denn und bete für mich. In einem Jahre ſehen wir uns wieder! Still, kein Wort mehr! Der Kaiſer beobachtet uns!

Noch einen Kuß, Oncle, lieber Oncle Johann, noch einen Kuß!

Er küßte ihn innig und flüſterte dann mit von Thränen erſtickter Stimme: lebe wohl! Steyermark iſt jetzt mein zweites Sankt Helena! Lebe wohl!