Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 1. Band (1862)
Entstehung
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rief Franz lächelnd. Ew. Liebden ſind weder aus Wien verbannt, noch ſollen Sie in Steyermark inter⸗ nirt werden. Sie ſind kränklich, leiden am Kopf und an den Nerven, ich gebe Ihnen alſo auf ein Jahr Urlaub, damit Sie Ihre Geſundheit wieder ſtärken, und da das hier in Wien ſehr ſchwer halten muß, ſo befehle ich Ihnen freundſchaftlich ein ganzes Jahr lang den angreifenden und aufregenden Aufenthalt in Wien zu vermeiden, und nicht einen einzigen Tag hieher zu kommen. Aber das heißt doch nit Sie aus Wien verbannen, ſondern nur für Ihre Geſundheit Sorge tragen. Und eben ſo wenig heißt es doch Sie in Steyermark interniren, wenn ich Ihnen wohl meinend den Rath geb', und es Ihnen zur Pflicht mach', durchaus in dieſem Jahr gar keine Reiſen zu unternehmen, ſondern ganz ruhig und ſtill in Steyer⸗ mark zu bleiben, die Grenzen deſſelben durchaus nit zu überſchreiten, ſondern die Gebirgsluft zu genießen und in derſelben Ihrer Geſundheit zu leben. Ich denk', Sie werden mir dankbar ſein, und meine brü⸗ derliche Geſinnung erkennen.

Ich bin Ew. Majeſtät befohlener Maßen dankbar, und erkenne Ihre brüderliche Geſinnung, ſagte Johann mit einem traurigen Lächeln, indem er ſich verneigte.