Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 1. Band (1862)
Entstehung
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zum Verbrechen getrieben. Es iſt wahr, ich muß mich der Nachläſſigkeit anklagen, daß ich dieſen Umſtand nicht in meinen Bericht mit aufgenommen. Indeß bekenne ich, daß ich dazu eigentlich durch das Mitleiden mit dem beklagenswerthen Unglücklichen getrieben ward. Denn wenn einmal von dem Haß und der Feindſchaft des Majors die Rede war, ſo mußte auch erörtert werden, woher dieſelbe entſtanden, und ich fürchte, daß ſolche Erörterungen für den Angeklagten nicht günſtig ausfallen können.

Die Feindſchaft des Majors gegen ſeinen Fähn— drich hatte alſo einen beſtimmten Grund? fragte der Kaiſer lebhaft. Er hatte alſo dem Herrn Fähndrich, dem Protegé des Herrn Erzherzogs, noch ſonſt etwas vorzuwerfen? Nun, ſagen's, Herr Fürſt, weshalb haßte, weshalb verfolgte der Major den Fähndrich von Sunders?

Majeſtät, weil der Fähndrich ein leidenſchaftlicher Demagog war. Weil er bei jeder Gelegenheit ſeine Sympathieen für die Beſtrebungen der Umſturzpartei in Deutſchland ausſprach, weil er die ruchloſe Mord— that des Carl Sand laut und begeiſtert als eine That des edelſten Patriotismus, der erhabenſten Selbſtver⸗ leugnung geprieſen hatte.