Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 1. Band (1862)
Entstehung
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werden wir uns Beid' recht kaiſerlich langweilen kön nen hier in meinem kaiſerlichen Cabinet. Aber ich hatt' mich halt doch ſo gefreut, daß meine herzliebe Frau Karoline endlich einmal hierher kommen, und daß ſie den Bann aufheben wollt', der ſie von mei nem Cabinet fern hielt. Es iſt halt eine curioſe Ge ſchicht', daß ich die Frau Kaiſerin ſo lang und ſo viel hab' bitten müſſen, doch endlich einmal mein Cabinet mit ihrer Gegenwart zu beehren, während früher

Der Kaiſer verſtummte und richtete ſeine Blicke mit einem ſeltſamen Ausdruck nach jenem Divan hin, als fürchte er auf demſelben die hohe majeſtätiſche Ge ſtalt, das bleiche, edle und ſchöne Antlitz Ludovica's, der verſtorbenen Kaiſerin, zu erblicken.

Während früher mein Gemahl erlaube mir, daß ich ſeinen angefangenen Satz ergänze, ſagte die Kaiſerin, während früher die Kaiſerinnen mehr als ich wünſchte dies Cabinet beſuchten. Nicht wahr, das wollten Sie ſagen?

Ja, das wollte ich ſagen, lächelte der Kaiſer. Ja, ich hab' halt manch harten Kampf mit Deinen Vor gängerinnen hier ausſtehen müſſen, Karoline, und gar oft hab' ich dazumal den Corridor verwünſcht, der

dies Cabinet mit dem Cabinet der Kaiſerin verbindet.