388
Andreas Hofer blieb mit dem Prieſter allein zur letzten Beichte.—
Um elf Uhr wurden die Pforten ſeines Gefängniſſes weit geöffnet, und Andreas Hofer trat heraus, heitern, ſtrahlenden Angeſichts, das kleine Crucifix, das immer auf ſeiner Bruſt geruht, zwiſchen ſeinen beiden Händen haltend. Sein Beichtvater Manifeſti ging neben ihm, ein Grenadier⸗Bataillon ſchloß ſich an.
Feſten Schrittes ging Andreas Hofer die Feſtungs⸗ wälle entlang. Als ſie vorüberkamen an der Porta Molina, ertönte aus den dortigen Caſematten lautes Weinen und Wehklagen, denn dort ſaßen die gefange— nen Tyroler, die einſt Andreas Hofer begeiſtert in den Kampf gefolgt waren. Andreas wandte ſich lebhaft zu dem Prieſter Manifeſti hin. Ehrwürden, ſagte er, Ihr werdet unter meine armen Landsleute mein letztes Hab und Gut, das ich Euch gegeben, die fünfhundert Gulden, austheilen, nit wahr?
Ich werde es thun, mein Sohn.
Und bringt ihnen Allen meine Grüße, ſagte An— dreas Hofer ernſt und laut, und ſagt ihnen, ſie ſollen nit verzagen und kleinmüthig werden, und ſollen nit
lag. Später gelang es ihm, von dort wegzukommen und in ſein Vaterland zurückzukehren.


