Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Erzherzog Johann und Metternich : 2. Band (1860)
Entstehung
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Augen mit Thränen gefüllt, die langſam über ihre bleichen Wangen niederrollten.

Sie wollte ſie raſch abtrocknen, aber ihre Mutter, die ihr gegenüber bei der Lampe ſaß, und emſig zu nähen ſchien, hatte ſie ſchon geſehen.

Was weinſt, mein Liſel? fragte ſie. Haſt ſchlimme Nachrichten von der Elza?

Eliſe ſchüttelte traurig lächelnd ihr Haupt. Nein, lieb Mutterle, ſagte ſie, mein' Elza iſt Gott ſei Dank geſund und glücklich, und das iſt meine einzige Freud'!

Und doch weinſt, Eliſe?

Hab' ich denn geweint? fragte ſie. Es war wohl eine Freudenthräne über das Glück meiner Elza, mein' ich.

Nein, Liſel, es war keine Freudenthräne, rief ihre Mutter ſchmerzlich. Ich ſeh' Dich oft weinen, wenn Du meinſt, daß ich's nit merk' und kein Acht darauf hab'. Du grämſt Dich, Liſel, ſtreit's nit, Du grämſt Dich. Haſt Deiner Elza Deine Lieb' und Dein Glück geopfert, und ſie weiß es nit einmal, und dankt Dir's nit, und Du wirſt Dich ſtill zu Tode grämen, ich ſeh's ja, wie Du Dich härmſt, und alle Tag' bläſſer wirſt und magerer, und gar nit mehr lachen kannſt. Ja, ja, zu Tode wirſt Du Dich grämen, denn Du liebſt ihn noch, den Herrn Ulrich von Hohenberg.

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