Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Andreas Hofer : 1. Band (1859)
Entstehung
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Ich habe geſchworen, Niemanden mein Geheim niß mitzutheilen, flüſterte Camilla leiſe.

Niemanden, auch Deinem Vater nicht? fragte er vorwurfsvoll. Oh Camilla, das iſt alſo das Ver⸗ trauen, die Liebe zu Deinem Vater? Du mißtraueſt mir noch immer? Du hältſt mich für fähig, daß ich meinen theuerſten Freund, meinen Wohlthäter ver⸗ rathe? Du mißtraueſt Deinem Vater, Camilla?

Nein, rief ſie gerührt, außer ſich gebracht von dem ſchmerzlichen Beben ſeiner Stimme, von dem traurigen Ausdruck ſeiner Miene, nein, ich mißtraue Dir nicht, mein Vater, ich liebe Dich, ich vertraue Dir, und ich will Dir einen Beweis davon geben. Komm, mein Vater, nimm die Caſſette, Du ſelbſt ſollſt ſie in den Verſteck tragen.

Sie flog durch das Zimmer, nach der Vertiefung des einen Fenſters hin, und blieb dann ſtehen neben dem breiten Spiegelpfeiler, zwiſchen den beiden Fenſtern, an dem ein koſtbarer venetianiſcher Spiegel, faſt die ganze Breite des Pfeilers einnehmend, ſich be⸗ fand. Ihr Vater folgte ihr mit ſeiner eiſernen Caſſette im Arm und ſtand jetzt dicht neben ihr.

Nun gieb Acht, ſagte ſie lächelnd, und wenn viel⸗ leicht der Zufall es fügen ſollte, daß in den Kriegs⸗