Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Andreas Hofer : 1. Band (1859)
Entstehung
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vorwürfe, keine Demuth kennt, ſondern nur Vorwürfe für Andere hat, nur rächen und ſtrafen will! Aber der Blick, den Napoleon jetzt auf ihn heftet, iſt doch ſo voll Schmerz und Qual, über die breite Cäſarenſtirn fliegen ſo düſtere Wolken, daß Maret doch ein unend⸗ liches Mitleid in ſeiner Seele aufſteigen fühlt. Er unternimmt's daher, Napoleon zu tröſten und aufzurich⸗ ten. Er erzählt ihm von den unermeßlichen Hülfs⸗ quellen, welche dem Kaiſer noch geblieben, von den faſt unerſchöpflichen Vorräthen, die in Wilna aufge⸗ häuft ſind, und die vollkommen genügen werden, die ganze heimkehrende Armee zu kleiden, zu nähren und wieder auf den Kriegsfuß zu bringen.

Das Antlitz des Kaiſers erhellt ſich, die Wolken verſchwinden von ſeiner Stirn, er reicht Maret die Hand dar mit einem Blick ſo voll milden Danks und ſanfter Güte, daß dem Miniſter die Thränen in die Augen treten.

Sie haben mich aufgerichtet, und es wird leichter da drinnen in meiner Bruſt, ſagt er leiſe, darauf, in ſeinem

lauten, gebieteriſchen Kaiſerton, fuhr er fort: Ich rechne

darauf, daß es Ihnen gelingen wird, den König von Neapel zu überzeugen, er müſſe in Wilna den Rückzug

eine andere Geſtalt annehmen laſſen, ſagen Sie ihm, Muͤhlbach, Erzh. Johaun u. Metternich. II. 2