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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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kühlend wie ein Bad mit eiskaltem Waſſer, ſo daß die Leute viel nüchterner die Verhältniſſe anſchauten. Und nun kamen die einzelnen Mittheilungen erfriſchend und er⸗ hebend in die verzagten Herzen hineingefallen, ſo daß die noch verzweifelnde Menge in lauten Jubel ausbrach.

Als der Diehls⸗Vetter die Wirkung ſeiner Rede ſah, ſagte er befriedigt:Glatt! Dann gab er ſeinen Pferden die Peitſche und fuhr im Galopp ſeiner eigenen Wohnung zu.

Dort aber erwartete ihn eine neue Ueberraſchung. Nämlich ſeine Tochter die Frau Lehmann und ſeine Enkelin ſaßen da auf der harten Bank im Zimmer mit Bauernkleidern angethan. Als der Lärm im Dorfe losging, waren ſie aus der Farbrik geflüchtet und hatten, um ſich unkenntlich zu machen, die Tracht der übrigen Wiegenauerinnen angelegt.

Der Diehls⸗Vetter mußte laut lachen, als er ſie ſah und ſagte zu ſeiner Tochter:Was doch die liebe Angſt nicht fertig bringt. Jetzt iſt dir mein Haus gut genug und kannſt auch noch dein ſeidenes Röcklein ausziehen, das dir ſonſt keine Macht der Erde ausgebracht hätte.

Die Frau Lehmann ſagte, Thränen in den Augen: Verzeihet Eurem thörichten Kinde! Bei uns hat ſich auch einmal wieder das Sprüchwort bewährt:Hochmuth kommt vor dem Fall.

Wenn die Erkenntniß nur Stand hält, ſagte der Diehls⸗Vetter und ging ſich auszuziehen. Er hatte nicht den hundertſten Theil von dem Mittleid mit ſeiner Tochter, das er mit ſeinem verführten Enkel hatte.