Druckschrift 
Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
Einzelbild herunterladen

120

Werk geſetzt werden. Das haſt du mir aber wieder mit deinem Dickkopf verſtört.

Es war feierlich genug. Die Engel im Himmel haben ſich darüber gefreut, erwiderte der Diehls⸗Vetter, noch immer mit ſeiner Rührung kämpfend.

Als der Diehls⸗Vetter am Abend heimkam, fand er das Dorf in hellem Aufruhr. Schreiende, wüthende Volks⸗ mengen zogen nach dem Fabrikgebäude und verlangten ſtürmiſch, daß Herr Lehmann ſich zeige. Gräßliche Verwün⸗ ſchungen, Flüche und Schimpfreden wurden laut. Dabei blieb es jedoch nicht. Steine wurden nach den Fenſtern geſchleudert, Thüren erbrochen und was in den Weg kam, zertrümmert. Es war auch in das Dorf die Kunde ge⸗ kommen, daß Herr Kitzert mit der Kaſſe durchgegangen ſei. Dem anfänglichen Schrecken war eine grenzenloſe Wuth gefolgt. Jetzt wußten ſie, daß man ſie getäuſcht und um ihr armes Geld betrogen hatte.

Schon wurden Stimmen unter der die Fabrik umtobenden Menge laut, man wollte das ganze Gebäude niederbrennen. Es ſei doch nur zum Unheil des Dorfes da. Der Gedanke zündete. Man wollte eben zum Werke ſchreiten, als der Diehls⸗Vetter mit ſeinem feurigen Geſpann mitten unter die Wüthenden hineinlenkte.

Ihr Leute, rief er dort angekommen mit einer Stimme, die in dem fernſten Winkel des Hofes verſtanden wurde, ſeid Ihr nicht unglücklich genug, wollet Ihr Euch noch unglücklicher machen? Der Wolkenbruch hat Euch Eure