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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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weile zuſammenſetzen und ſeine Verhältniſſe ein wenig in die Hand nehmen. Sie ſind deſperat genug.

Eduard, tiefgerührt über den Zartſinn des alten Bauern, der um ihn nicht zu beſchämen, nicht in ſeiner Gegenwart über ſeine Angelegenheiten ſprechen wollte, und über die unver⸗ diente Theilnahme, die der alte Mann ſeinem Schickſal ſchenkte, brach in einen Strom von Thränen aus und ſagte ſeine Hand ergreifend und preſſend.O Großvater, wie gut, wie gut biſt du. O wäre ich an jenem Unglücks⸗ tage lieber zu dir, zu meinem Lebensretter, gegangen als daß ich mich aus falſcher Scham jenem ſchändlichen Ver⸗ führer in die Arme geworfen habe, wie viel Unheil hätte vermieden werden können. Mein Gewiſſen wäre noch frei und nicht mit dem Unglück eines ganzen Dorfes belaſtet. Aber jetzt iſt Alles zu ſpät, zu ſpät.

Jetzt gehe nur hin mein Kind, ſagte der Diehls⸗Vetter. Erſchöpfe deine Kräfte nicht ganz und gar. Bete aber fleißig zu Gott und vertraue ihm. Vei ihm iſt viel Gnade und er hat wunderbare Wege zur Hülfe.

Nach einer Weile ſaßen die beiden alten Freunde in tiefem Geſpräche bei einer Flaſche Wein, während im Nebenzimmer der unglückliche Mann ſeit Monaten wieder zum erſten Mal ſanft ſchlummerte.

Da trat plötzlich der Commiſſionär, der die Aecker in der Wiegenau gekauft hatte, in das Zimmer und ſagte, den Diehls⸗Vetter, den er nicht kannte, nicht weiter be⸗ achtend, zu dem Lilien⸗Schuſter:Jetzt bekommen Sie die