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Diehls⸗Vetter, der im theurer war als ein Bruder. Dem Diehls⸗Vetter Etwas abzuſchlagen oder ihm wehe zu thun vermochte er abſolut nicht.
So hatte ihn, als er zuletzt in Wiegenau war, der ausgeſprochene ſchreckliche Zorn des Diehls⸗Vetters über den, der den Wiegenauern die Aecker abſchwindele, mehr getroffen als er merken ließ. Schon auf dem Heimweg hatte er edelmüthigern Gedanken Gehör gegeben. Aber ſeitdem war es bei ihm zum feſten Entſchluß geworden, dem Diehls⸗Vetter zu Liebe die langgehoffte Rache an Wiegenau aufzugeben.
„Hier bringe ich Dir einen Kranken, Lilien⸗Schuſter, den ich nicht Jedem anvertrauen möchte“, ſagte der Diehls⸗ Vetter, als er mit ſeinem Enkel bei demſelben eintrat. „Dir vertraue ich ihn an, denn ich weiß, bei dir iſt er gut aufgehoben.“
Der Lilien⸗Schuſter betrachtete erſtaunt den Beſuch, den ſein alter Freund ihm gebracht hatte. Er konnte, da er die ganzen Familienverhältniſſe des Diehls⸗Veters kannte, ſich nicht erinnern, wie Großvater und Enkel plötzlich zuſammenkamen, doch vergaß er deßwegen nicht die Pflichten,
die er ſeinem Gaſte ſchuldig war, und wollte denſelben zum
Sitzen nöthigen.
Aber der Diehls⸗Vetter ſagte:„Wenn ich dich bitten darf, gib dem Eduard ein Glas Wein und dann laß ihn ſich im Nebenzimmer auf ein Bett oder ein Kanapee legen. Denn er iſt todtmüde. Wir zwei Alten wollen uns der⸗ 8*


