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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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einige glückliche Käufe von Aeckern, die ſpäter als Bau⸗ plätze himmeltheuer bezahlt wurden, zu Einem der reichſten Männer der Stadt geworden und Wiegenau war bettelarm. Jetzt war die Zeit gekommen, um den Wiegenauern das WortBettelpack einzureiben und der Lilien⸗Schuſter benutzte dieſe Zeit.

Er war dergroße Herr, wie manche Leſer gewiß ſchon errathen haben, von dem der Commiſſionär beauftragt war, die Aecker in Wiegenau zuſammen zu kaufen. Aller⸗ dings wußte er ſelbſt noch nicht genau, was er mit den Aeckern wollte. Nur das wußte er, demüthigen, um jeden Preis demüthigen wollte er die ſtolzen Wiegenauer. Sie mußten doch zuletzt ihm, dem Hinausgeſtoßenen, kommen und ihn anflehen.

Ueber dieſem Grimme und Groll beſaß der Lilien⸗Schuſter übrigens auch noch andere beſſere Eigenſchaften. Seine Liebe zu Marie wohnte noch als unentweihtes Heiligthum in ſeiner Bruſt. Er hatte ſich nie verehlicht. Jedes Jahr vier Mal kam er nach Wiegenau und beſuchte ihr Grab und alle die Plätze, wo er ſo unausſprechlich glücklich geweſen war. Und als das Kind der Marie heranwuchs, übertrug er auf dieſes Kind ſeine Zuneigung und nie kam er nach Wiegenau, ohne dieſem Kinde ein prächtiges Geſchenk mitzubringen und ſich an ſeinem Anblick zu erfreuen.

Wie dem ſonſt derben Manne ſeine Liebe aber ein Heiligthum war, ſo auch ſeine Freundſchaft. Für ſeine Freunde konnte er Alles opfern, abſonderlich aber für den