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Geſelligkeit. Das Bedürniß nach einem zweiten Schuhma⸗ cher im Dorf würde den Gemeinderath rühren. Allein er hatte die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Sie ſchlugen ihm ſein Geſuch rundweg ab.
Der junge Menſch ſetzte Gott und die Welt in Beweg⸗ ung. Er lief ſich faſt die Beine ab, um hier mündlich zu bitten, dort ſchriftlich zu ſuppliciren, aber Alles ver⸗ gebens. Er bekam den Beſcheid, ſie hätten Bettelpack genug in der Wiegenau. Sie brauchten nicht noch neues auf⸗ zunehmen.“
Als die Sache nimmer zum Ende kommen wollte, zwangen die Eltern Mariens ihre Tochter, einen reichen Wittwer zu heirathen, der um ſie anhielt. Doch Marie lebte nicht lange. Sie gab nur einer Tochter das Leben und dann ſtarb ſie.
Der Lilien⸗Schuſter war, als keine Hoffnung mehr für ihn war, den Tod im Herzen nach der Stadt gewandert. Sein ſchöner Jugendtraum war auf eine ſchreckliche Weiſe zerſtört worden.
Seine frühere Fröhlichkeit verwandelte ſich in grimmigen Ernſt. Er grollte den Wiegenauern, die ihm ſein Liebſtes geraubt hatten, von ganzem Herzen und er konnte es ſein Leben lang nicht vergeſſen. Dabei wurmte ihn noch immer das Wort„Bettelpack“. Es wird wohl einmal die Zeit kom⸗ men, wo ich ihnen das Wort„Bettelpack“ einreiben kann.
Dieſe Zeit war jetzt gekommen.
Der Lilien⸗Schuſter war durch Fleiß, Sparſamkeit und
Schupp, der Wolkenbruch in der Wiegenau. 8


