— 110—
die Sorgen für Mutter und Schweſter auf die Seele binden. Dann gehe ich heim und ſchieße mich todt.“
Den Alten überrieſelte es eiſig. Er fühlte das herz⸗ zerreißende Elend ſeines Enkels und wußte, daß es die nackte, ſchreckliche Wahrheit war, die er ſprach, daß er ſich wirklich todt ſchießen würde.
Dann aber ſchoß dem Alten alles Blut in den Kopf, die Thatkraft ſeines Weſens erwachte.„Das läßt du bleiben“ rief er und ſeine Stimme hatte wieder jenen hellen Trom⸗ petenton.
Willſt du zum Betruge auch noch den feigen Selbſt⸗ mord fügen?“
Ich laſſe dich jetzt nicht mehr von meiner Seite. Wir fahren zunächſt zuſammen nach der Stadt. Hier darfſt du vor der Hand nicht bleiben. Alles Andere wird ſich finden.“
Eine halbe Stunde ſpäter fuhren wirklich ein Paar feurige Roſſe ein leichtes Korbwägelchen der Stadt zu. In dem Korbwägelchen ſaß der Großvater und ſein bleicher Enkel.
In der Stadt angekommen, beſann ſich der Diehls⸗ Vetter eine Weile, wo ſie abſteigen ſollten. Dann hielt er kurz entſchloſſen beim Lilien⸗Schuſter an.
VIII.
Der Lilien⸗Schuſter, an deſſen Hauſe der Diehls⸗Vetter jetzt ſein Korbwägelchen halten ließ, obgleich derſelbe bei


