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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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Kannſt du mir vielleicht den Spitzbuben aus der Stadt nennen, der uns die Aecker ſtiehlt? Den Kerl könnte ich mit kaltem Blute rädern ſehen.

Der Lilien⸗Schuſter war ein wenig in Verlegenheit ge⸗ kommen, die auf ein nicht ganz freies Gewiſſen hindeutete, aber er war alsbald wieder gefaßt und ſagte:Ich habe keine Bekanntſchaften unter Spitzbuben. Uebrigens bin ich auch anderer Anſicht über die Sache, wie du. Wer den Wiegenauern einen Schabernack anthut, der iſt nach meiner Meinung ein braver Mann und mein Freund.

Dein Freund? So biſt du mein Freund nicht! rief der alte Diehls⸗Vetter mit einer Stimme ſo hell und ſo ſtark wie Trompetenton.

Die beiden alten Kameraden geriethen ſich in die Haare und ſchieden in halbem Unfrieden, indem der Diehls⸗Vetter über die Stadt räſonnirte, die auch das beſte Herz ver⸗ derbe, und der Lilien⸗Schuſter ſeinen Freund einen Wiege⸗ nauer Dickkopf nach dem Andern nannte.

Durch den maſſenhaften Gutsverkauf kam wieder Geld ins Dorf und Herr Kitzert bekam wieder Oberwaſſer. Er hielt wieder Vorträge und man ſollte es nicht für möglich halten, wie leicht die Menſchheit zu verführen iſt. Es wurden in der That wieder Actien gekauft.

Nun gebe ich Alles auf, ſagte der Diehls⸗Vetter.

Da kam eines Tages der junge Herr Eduard Lehmann zu ihm. Er war, ſeit er mit Herrn Kitzert ſich eingelaſſen hatte, ſichtlich abgezehrt. Scheu und traurig ſchlich er, wie