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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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ſaß im Rathhaus, neben ſich einen ganzen Kaſten voll Goldſtücke und bei ihm ſaßen der Bürgermeiſter und das Feldgericht, welche im Lagerbnch den einzelnen Acker auf⸗ ſuchten und ſofort den Kaufbrief ausſtellten.

Der Zudrang zu dem Ackerverkauf war außerordentlich. Denn das Bedürfniß nach Geld hatte ſich grenzenlos geſteigert. Alle Einnahmequellen waren ja lange verſiegt. Der Hunger und das Elend wuchſen von Tag zu Tag.

Der Commiſſionär ſagte, es ſei ein großer Herr in der Stadt, für den er kaufe. Den Namen dürfe er nicht nennen. Er wiſſe aber von ihm, daß derſelbe ſich in der Wiegenau niederlaſſen wolle.

Der Spitzbube ſoll draußen bleiben, rief der Diehls⸗ Vetter, als er es hörte.Wir haben Spitzbuben genug in der Wiegenau, die uns das Fell gerben, an Herrn Kitzert und Genoſſen. Dieſer hier iſt jedenfalls erſt der Haupt⸗ ſpitzͤbube, dieſer Herr von Namenlos. Noble Paſſionen hat der große Herr, das muß man ſagen: Armen vom Himmel geſchlagenen Leuten die Aecker abzuſtehlen. Er muß wohl einen hohen Stamm haben. Sein Vater iſt ſicher am Galgen geſtorben.

Der Alte war fuchswild. Erſt jetzt hielt er Wiegenau für verloren. Er gehörte auch zum Feldgericht, aber er ging nicht auf das Rathhaus.Er wolle nicht zum Ruin des Ortes mithelfen, ließ er dem Bürgermeiſter ſagen.

Als eines Morgens derLilien⸗Schuſter aus der Stadt zum Beſuch herauskam, fuhr er denſelben gleich an: