keine Einfriedigung mehr zu erblicken, nur Schutt, Schlamm und Steine und in den Stallungen die Leichen der er⸗ trunkenen Thiere. Das einzige Lebende unter den öden Trümmern waren einige vor Angſt verſcheuchte Hühner, die nicht wußten wo ſie ihre Nachtruhe halten ſollten. Sonſt wehete es Einen an wie aus einer kalten, feuchten Todtengruft.
Den alten Mann ſchauerte. Zugleich packte ihn eine entſetzliche Angſt:
„Wo waren die Seinen?“
Sein älteſter, bereits verheiratheter Sohn, das wußte er, hatte mit den Pferden und dem Wagen eine Fuhre nach einem zwei Stunden entfernten Platze übernommen und mochte noch nicht zurück ſein. Aber wo waren ſeine Schwiegertochter und ſeine zwei Enkelkinder? Waren ſie in der Fluth verunglückt?
Dem Greiſe wurde es vor Beſorgniß wirr im Kopfe. Er wußte nicht mehr was er that. Eine fieberhafte Haſt trieb ihn hin und her. Obwohl er wußte, daß ſämmtliches Vieh umgekommen war, ſchien es ihm, als ſei es Zeit dem Vieh ſein Futter zu bringen, aber als er mit Mühe einen Bündel Heu zuſammengebracht hatte, und in den Stall ging, ſchreckte er vor dem gräßlichen Anblick zurück, der ſich ihm bot. Dann meinte er, er müſſe das Unglück mit ſeiner Schwiegertochter beſprechen und ſuchte ſie zum vierten und fünften Mal treppauf, treppab in dem ver⸗ wüſteten Hauſe.


