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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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wahrhaft großartigen Schaden in ſeinem ganzen Umfang zu überſchauen.

Wiegenau war vor Stunden noch eines der ſtattlichſten

und wohlhabendſten Dörfer des Landes geweſen, jetzt war es daſſelbe nicht mehr. Den Verluſt der diesjährigen Ernte ungerechnet waren Feld und Wieſen auf lange Zeit ruinirt. Was nicht mit Sand uud Geröll bedeckt war, hatten die wilden Waſ⸗ ſer fortgeſchwemmt. Ganze Kartoffeläcker und Bohnen⸗ gärten waren mit den Fluthen dahingegangen. Vor Hecken oder Erdwällen hatten ſich haushohe Haufen Steine und Schlamm gebildet, während an anderen Orten tiefe Riſſe durch den fruchtbaren Boden gingen ja wahre Abgrün de ſich aus⸗ geſpült hatten. Nur hier und da ragte ein hart mit⸗ genommener Obſtbaum aus den Trümmern hervor, während Einem ſonſt nur noch die Löcher, wo die kräftigen Wurzel⸗ Stämme gefaßt hatten, wie leere Augenhöhlen entgegen ſtarrten.

Einen ebenſo troſtloſen Anblick wie die Feldmark gewährte der Wiegenauer Wald. Fünfzigjährige Fällungen hätten dem⸗ ſelben nicht eine ſolche Niederlage beigebracht, als dieſe wenigen Stunden. Viele Tauſende von werthvollen Stäm⸗ men waren fort geflötzt worden und verloren gegangen. Kein Feld, kein Wald. Was ſollte aus der Wiegenau werden?

Kein Wiegenauer Bauer konnte ſo bald wieder, wie er ſonſt gewohnt war, mit ſeinen glänzenden Roſſen und