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Bei dem Diehls⸗Vetter blieben übrigens nur ein Knecht und ein unverheiratheter Taglöhner zurück. Die Andern fragten Nichts nach dem wahnſinnigen Reiter, der frei⸗ willig der ſchrecklich heran brauſenden Fluth in die mörderiſchen Arme lief, ſondern ſtürzten, von banger Sorge um die Ihrigen getrieben, Jeder auf dem nächſten Wege nach Hauſe.—
Wenn die nahenden Waſſer nicht rechtzeitig im Dorfe gemerkt worden waren, mußten noch mehr Menſchenleben
in Gefahr kommen, als das Leben des tollen jungen
Mannes.
„Auf die Lenzelei“! rief mit Donnerſtimme der Diehls⸗
Vetter und lief trotz ſeiner Siebenzig, wie ein Junger
voraus.—
Mit einem wahren Feldherrnblick hatte der alte Bauer den einzigen Punkt erkannt, wo vielleicht ein Rettungs⸗ werk Verunglückter mit Erfolg betrieben werden konnte.—
Die ſogenannte„Lenzelei“ waren Felskuppen, die unterhalb des Dorfes, an einer Ecke wo das Thal eine ſcharfe Wendung machte, gelegen ſich weit in den Wieſengrund hineinſtreckten. Hier mußten die wilden Waſſerwogen, wann ſie das Thal herunterkamen oder den Ort paſſirt hatten, ſich brechen und alles von den Fluthen Mitfortgerriſſene zuerſt angeſchwemmt werden, ehe die ſchäumenden Strudel es weiter führten. Ob freilich die Wellen nur lebende Opfer antrieben, mußte man dem günſtigen Geſchick überlaſſen.


