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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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geſchmolzen umherlagen und deren dichter Fall natürlich Alles verwüſten mußte.

Eben ſchickten ſie ſich an, den traurigen Heimweg an⸗ zutreten, als ihr Fuß durch ein donnerähnliches Rauſchen gebannt wurde. Es war kein Donner denn derſelbe war gar gut zu unterſcheiden, wenn er jetzt ſchon etwas entfernter in langgezogenem Rollen krachte und grollte. Es war auch kein Sturm, denn es herrſchte völlige Wind⸗ ſtille und nur ſanft rieſelte der Regen aus dem immer dünner werdenden Gewölk.

Sie ſollten jedoch bald ſehen, was es war. Eine ſchreckliche ſchwarze Schlange wälzten ſich die ungeheuren Gewäſſer des Wolkenbruchs das Thal herunter, Alles ver⸗ ſchlingend und zerſtörend. Die vordere Waſſerwand ragte haushoch empor und ſah aus wie der rieſenhafte Kopf eines unbekannten Ungethüms.

Das Herz bebte den Leuten im Leibe vor Angſt und Entſetzen und Schauer durchrieſelte ihren Körper.

Die ganze Erſcheinung hatte für Jeden, der noch Nichts Aehnliches erlebt hatte, etwas Unerklärliches, Geiſter⸗ und Geſpenſterhaftes.

Der Diehls⸗Vetter dagegen, der durch ſein langes Leben mehr Erfahrung hatte, rief:Gott erbarme ſich der Wiegenau! Ein Wolkenbruch iſt gefallen.

Ein Wolkenbruch? wiederholten die Andern zitternd.

Während dieſer Worte war bereits die durch den mitgeſpülten Wald⸗ und Feldboden geſchwärzte Fluth in