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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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eingeſchlagen, zum Glück nicht zündend nur zerſtörend. Die Spitze des Kirchenthurms in Wiegenau rollte abgeriſſen über das Kirchendach herunter und fiel klatſchend auf das Pflaſter.

Dieſem erſten Blitze folgten nacheinander noch viele andere mit gleich ſchrecklichem Krachen, von denen jeder einſchlug. Im Felde loderte eine getroffene Fruchtgarbe in hellen Flammen auf. In den Gärten krachte ein zer⸗ ſchmetterter Baum zuſammen. In Wieſen wühlte ſich der Blitz in den Grund ein und zerſtörte die Brunnenleitung. Im Dorfe fuhr er einen Schornſtein hinunter durch die Küche nach dem Kuhſtall und erſchlug eine Kuh an der Krippe.

Doch das Feuer machte diesmal nur das Vorſpiel zu den Verheerungen des Waſſers, die nachfolgten. Denn nun kam es, als wollte die Welt untergehen, als hätte Gott eine zweite Sündfluth beſchloſſen und die Fenſter des Him⸗ mels geöffnet. Die furchtbare Spannung der Wolken hatte ſich gelöſt. An dem Bergkegel, der das Thal begrenzte, wo ſich die Wolkenmaſſen unnatürlich aufgehäuft hatten, geſchah ſogar ein ſchrecklicher Wolkenbruch.

Der Sturmwind ſauſte, der Donner rollte, die Blitze zuckten, die ſtürzenden Waſſer nahmen Einem den Athem. Entſetzt ſchaute das Menſchenkind in dieſen Aufruhr der Elemente. Ein gelblicher Streifen wurde ſichtbar von dem dunklen Regenhimmel.Das iſt Hagel! rief man zitternd. Siehe da hagelte es auch. Dick wie Hühnereier fielen die