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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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ſahen, nur Vorboten erſt kommenden Unheils. Hinter den Bergen erſt war es recht ſchwarz und rollte unaufhörlich dumpfer Donner, bald laut aufgurgelnd, bald leiſer nach⸗ grollend und unzählige, kurze, grellleuchtende Blitze zuckten hervor über die ſichtbare Wolkennacht. Es ſah aus, als würden dort in der Tiefe, in einem ſchwarzumnachteten, feuerzuckenden Hexenkeſſel all' die Schrecken gebraut, die ſich nachher über die Landſchaft ergießen ſollten.

Dabei erfolgten kurze orkanartige Windſtöße, denen eine ahnungsſchwere Stille folgte. Windhoſen wirbelten Staub, Steine, Laub, Fruchtgarben berghoch in die Höhe und liefen gleich wandelnden Säulen umher, bis ihr halt⸗ loſer Bau wieder zuſammenſtürzte.

Lichte Wolken kamen von der dem Wetter entgegen⸗ geſetzten Seite, um ſich mit den ſchweren Wolkenmaſſen zu vereinigen, und jagten am Himmel dahin, als könnten ſie zu ſpät kommen, ehe es los ginge.

Jetzt ging es denn auch los. Ein lang dauernder Blitz, der die ganze Wiegenau in ein Feuermeer hüllte und dem ein laut krachender, wie ſiegesgewiß klingender Donner folgte, gab das Signal. Noch hallte dieſer an den Bergwänden des Thales wieder, da zuckte ſchon wieder ein Blitz hell blendend herunter, für einen Augenblick Him⸗ mel und Erde durch einen ſenkrechten Feuerſtrom verbin⸗ dend. Zugleich erfolgte ein ſolches heulende, gellende Krachen und Poltern, als wolle der Himmel einſtürzen. Die Erde bebte und die Häuſer und Menſchen zitterten. Es hatte