Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Du koͤnnteſt dir den Inhalt des Briefes denken, mein Herz? Nun ſo ſiehe, ob deine Gedanken davon die richtigen geweſen ſind.

Mit dieſen Worten war auch ſchon die Schrift von ihren Feſſeln befreiet.

Wahrlich, das iſt der gluͤckſeligſte Augenblick mei⸗ nes ganzen Lebens, ſprach die Graͤfin, nachdem ſie mit ſichtbarem, immer ſteigenden Entzuͤcken ſolche geleſen hatte, und ſank dann in die offenen Arme ihres Gemahles, dem Amerikaner die Schrift zu⸗ reichend.

Sie enthielt die Urkunde, daß in des Grafen Herzen, nie ein anderes Bild, als das Bild ſeiner Gemahlin geherrſcht, daß die Baroneſſe zwar einen maͤchtigen Eindruck auf ſeine Sinne gemacht habe, deſſen Gewalt aber durch die Dazwiſchenkunft des ſchwarz und gelb gezeichneten Huͤndchens im Parke zu Thuͤrmen, gleichſam gebrochen worden. Ein ein⸗ ziges Mal nachher hatte ſich des Grafen Stimme abermals durch der Baroneſſe Erſcheinen unterwegs uͤberraſcht gefuͤhlt. Aber dem bei dieſer Gelegenheit ihm entſchluͤpften Worte, daß es zwiſchen ihm und der Witwe unmoͤglich ſo bleiben koͤnne, folgte ſchon die bitterſte Reue, bei ihrer beſtimmten Auslegung