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Fuͤnf Tage waren ſeitdem verfloſſen. Eben ſaß der Graf Abends uͤber einem hoͤchſt muͤhſamen, ver⸗ dießlichen Geſchaͤfte, als ein Brief von ſeiner Ge⸗ mahlin anlangte. Er enthielt aber weiter gar nichts als die Bitte, das beigefugte verſiegelte Kaͤſtchen den folgenden Morgen der Baroneſſe von Gruͤnau, wo moͤglich in Perſon, zu uͤbergeben.
Der Baroneſſe, die nun ſo lange ſchon gar nicht mehr in der Reſidenz lebte! Er trauete kaum ſeinen Augen. Beinahe in demſelben Momente aber noch begruͤßte ihn ein Billet der vor wenig Stunden wirklich Angekommenen, welches den Wunſch ausſprach, ihn baldigſt, wenigſtens morgen fruͤh, zu ſehen.
Ein eigenes, wahrhaft jugendliches Leben beſeelte die Baroneſſe, als er den Beſuch am folgenden Tage in's Werk ſetzte.
Willkommen! rief ſie aus vollem Herzen ihm entgegen. Dieſe Reiſe hat ihnen ſehr wohl gethan, werther Freund. Ihr ganzes Anſehen zeugt davon.
Und wahrlich— erwiederte er— das ihrige iſt durch die letzte Krankheit eher noch erhoben, als verdunkelt worden.


