Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Ein Mann von Verſtand*) behauptet, daß er allemal beſſere Gedichte hervorgebracht, wenn ihn ein beſtimmter Gegenſtand zum Dichten getrieben, als wenn ihn die Luſt zu dichten im allgemeinen erſt zu dem Gegenſtande gefuͤhrt haͤtte. Obwohl uͤberhaupt eine bedeutende Sichtungskraft in dem Manne geweſen ſeyn moͤchte? *. 32

Oft kann ein Gegenſtand die Natur des Dich⸗ ters aus dem Schlummer wecken und ſich der goͤtt⸗ lichen Kraft deſſelben ausſchließend bemaͤchtigen. Aber die heiligſten Flammen werden nur in jenen ſeligen Punkten des Lebens aus ihm ſtroͤmen, wo ſein Inneres ihn zur Poeſie auffordert. Dann iſt er allmaͤchtig, dann nur ſteht er gleichſam in dem Cen⸗ trum der goͤttlichen Strahlen. Himmel, Erde, Waſſer, Blumen und Sterne ſind ihm dann eins und nur durch Farbe und Form verſchieden. Dann kann er mit gewaltiger Hand, wie der Prieſter das Brod beim Abendmale, alles Irrdiſche himmliſch machen.

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Wenn Göoͤthe in der Woluſt ſelbſt, nichts ſieht,

*) Moriz im A. Reiſer.