Die wechſelſeitige Herzenswaͤrme, welche aus die⸗ ſem Geſpraͤche klar hervorquoll, ſchien auch den Ge⸗ fuͤhlen des Saͤngers einen waͤrmeren Ton verliehen zu haben. Ein leichtes Laͤcheln ſpielte um ſeinen, ſonſt wie aus Eiſen gegoſſenen, unbeweglichen Mund, und das Schneidende ſeines Blickes, das zuweilen in's Grauenhafte uͤberging, war ſo ſehr gemildert, daß die Schoͤnheit des dunkeln Auges den Mahler beſonders anzog.
Das Geſpraͤch lenkte ſich auf den Geſang und eine nur ganz leiſe Bemerkung vom Grafen war Feuerbergen Antrieb, ein Lied, das in ſeiner Tiefe und Innigkeit lange nicht genug gewuͤrdigten Hoͤl⸗
derlin ertoͤnen zu laſſen, welches den Grafen am
Tage zuvor von des naͤmlichen Saͤngers Lippen ge⸗ waltig erſchuͤttert hatte. Es war ein Lied ſchon aus der Zeit, wo der, unſtreitig durch die mit ſeinem Gemuͤthe zu hart zuſammentreffenden Mistoͤne des Lebens, geſtoͤrte Geiſt des Dichters jene melancho⸗ liſche Richtung zu nehmen begann, an der er zuletzt ſeinen Untergang fand. Obſchon einzelnes Herrliche in dieſer Dichtung beim Leſen wirklich mit Macht ergriff, vermochte doch dagegen vieles Andere Niemand zu ergruͤnden.


