— 19—
vom Throne des Weltenſchoͤpfers. Ohne Geſtaltung von der Erde zu borgen, geſtaltet und erwaͤrmt und entzuͤckt ſie Geiſter und Herzen. Geheimnisvoll wie die Sonne auf die Koͤrperwelt, wirkt ihre ma⸗ giſche Kraft auf das Unſichtbare im Menſchen mit unwiderſtehlicher Gewalt ein, ihren hohen Urſprung klarer beurkundend, als jede andere Kunſt.
Von ganzem Herzen meine Hand, Meiſter! ſprach Tippel. Ich danke euch auch gebuͤhrend fuͤr die Zu⸗ rechtweiſung in Anſehung jenes alten Gemaͤldes. Beſſer, als tauſend Reden bringt dieſes gutgewaͤhlte Beiſpiel mich zum Schweigen. Ja wohl, Meiſter Senner, mein Gehoͤr erſcheint mir jetzt ganz auf derſelben Stufe der Bildung, wie euer Blick neu⸗ lich, vor dem, der Reichthum und die Tiefe jenes himmliſchen Gemaͤldes ſich nicht erſchließen wollte. Leider, geht es in eurer Kunſt, wie in der meini⸗ gen, jeder der ein Ding hat, das ohngefaͤhr einem Ohre gleicht, will auch eindringen koͤnnen in eure Paradieſe, wie jedes halbgeoͤffnete Auge in die unſ⸗ rigen. Nur das fuͤhre ich, im gegenwaͤrtigen Falle zu meiner Entſchuldigung an, daß die Umſtaͤnde al⸗ lein, mich zur Eroͤffnung meiner, vermuthlich hoͤchſt einſeitigen, Anſicht veranlaßten.
2*†


